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Leistungsmessung Citroën Ami Super 1220 Break

Am 21,10,2016 unterzogen wir einen zeitgenössisch getunten Citroën Ami Super Break einer Leistungsmessung auf dem Prüfstand der HTW Berlin. Wir wollten einfach wissen, welche Motorleistung in dem kleinen gelben Teufel steckt, der so unglaublich viel Fahrspaß bereitet.

Ein Citroën Ami ist so etwas wie ein komfortablerer 2CV, also eine komfortablere Ente. Das Auto wurde ab 1961 als Ami 6 mit Zweizylindermotor und zunächst 24,5 PS gebaut und erstarkte im Laufe seiner Produktionszeit in der Ami 8 auf 32 PS. Von 1973 bis ’76 wurde das Modell als Ami Super mit dem Vierzylinderboxer-Motor mit 1.015 ccm Hubraum des größeren Citroën GS angeboten. Mit diesem 54 PS leistendem Motor war das Modell so kräftig, dass es viele damalige Mittelklasseautos in Grund und Boden fuhr. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 145 km/h und die Beschleunigung von 0 auf 100 Km/h konnte in 18 Sekunden absolviert werden.

Schon damals wurden einige Ami Super von engagierten Besitzern mit dem baugleichen aber größerem Motor des GS 1220, also mit 1.220 ccm Hubraum und 58 PS ausgestattet. Darüber hinaus mit zwei Doppelvergasern, einem Edelstahlauspuff und einem Ölkühler versehen. Diese Fahrzeuge sollen über rund 70 PS verfügt haben und Fahrleistungen realisiert haben, wie sie für Renneinsätze qualifizierten. Unser Fahrzeug wurde mit all dem ausgestattet und darüber hinaus mit dem Fünfgangetriebe eines etwas späteren Citroën GSA versehen. Bei unseren Probefahrten hatten wir den Eindruck in einem Auto zu sitzen, welches es mit einem Golf GTI I aufnehmen kann. Um dies jedoch genau zu wissen, haben wir die reale Leistung des Wagens auf dem Leistungsprüfstand der HTW gemessen.

Dazu wird das Auto auf dem Prüfstand festgezurrt und muss dann auf den Rollen unter Vollgas zeigen was es kann. Von vorne simuliert dazu ein Gebläse den Fahrtwind. Die Messung ist nicht ganz ungefährlich, denn sollte sich das Auto losreißen und den Rollenprüfstand verlassen, würden die Räder den Wagen sofort an die Wand beschleunigen. Aber auch wenn dies höchst unwahrscheinlich ist, so könnte ein Reifen platzen, oder etwas anderes kaputt gehen und durch den Raum fliegen. Daher müssen alle am Test beteiligten Personen während des Testlaufs hinter einer Panzerglaswand stehen, oder sich um geschlossenen Innenraum des Autos aufhalten.

Im Testablauf beschleunigt das Fahrzeug relativ sanft mit eigener Kraft aus dem Stand bis 50 km/h und bei Erreichen der 50 km/h wird Vollgas bis zur maximalen Drehzahl gegeben. Die Leistungsmessung beginnt daher erst bei Erreichen der 50 km/h und auch erst ab hier wird die von den Rädern abgegebene Leistung aufgezeichnet. Das ist die sogenannte Radleistung. Nach Erreichen der Höchstdrehzahl wird ausgekuppelt und der Wagen läuft ohne zu Bremsen aus. Dabei wird dann die Verlust- oder Schleppleistung des Antriebsstrangs aufgezeichnet. Da der Motor um den Wagen anzutreiben erst die Schleppleistung überwinden muss, muss diese zur Radleistung addiert werden um die Leistung des Motors zu bekommen. Hierbei kann die Meßeinrichtung zwischen verschiedenen Normen (z.B. SAE und DIN) umgeschaltet werden. In europäische Fahrzeugpapiere wird die DIN-Leistung eingetragen und somit war für uns die Leistung nach DIN relevant. Damit wir den Motor, der während des Tests nicht die volle Kühlluft erhält und die Reifen, die auf der Rolle wesentlich mehr belastet werden als auf der Straße, schonen, wurde der Testzyklus im vierten Gang gefahren. Aufgezeichnet wurde die Leistung also bei entsprechender Drehzahl und Geschwindigkeit im vierten Gang. Die theoretische Höchstgeschwindigkeit im fünften Gang kann über das Übersetzungsverhältnis im fünften Gang und den Luftwiderstand des Fahrzeuges errechnet werden.

Zu unserer Begeisterung wurde im vierten Gang eine Höchstleistung von 72,1 PS bei 6.265/min und einer Geschwindigkeit von 148 km/h gemessen. Hochgerechnet auf den fünften Gang ergibt sich eine theoretische Höchstgeschwindigkeit von 183 km/h!

In der Tat also vergleichbar mit einem VW Golf GTI der ersten Generation, der mit 182 km/h angegeben wurde. Bei einem Leergewicht von 830 Kg ergibt sich somit bei unserm Testwagen ein Leistungsgewicht von 11,5 Kg/PS. An das Leistungsgewicht eines 780 Kg wiegenden VW GOLF GTI I von 7,1 Kg/PS kommt unsere Ami allerdings nicht heran. Wohl aber an das Leistungsgewicht eines zeitgenössischen BMW 1602, der es mit 85 PS und einem Gewicht von 970 Kg an 11,4 Kg/PS bringt. Unser Kunde, der bei der Leistungsmessung dabei war, freut sich nun über seinen kleinen gelben Teufel, der ihm ganz sicher gehörig Fahrspaß bereiten wird.

Vielen Dank an das Laborteam der HTW, das die Messung durchgeführt hat!

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